>Ein guter Tag fängt morgens an<

Samstag, 29. Oktober 2011

Neues vom anderen Ende der Welt!

Seit etwa 2 Wochen wohne ich jetzt schon mit Laura zusammen und ich würde mal sagen es klappt super. Ich habe das, was ich von Conso gelernt habe an sie weitergegeben und wir haben auch schon zusammen ihre Familie in der Stadt besucht. Ich würde sagen, dass wir ziemlich gute Freunde geworden sind.
Letztes Wochenende war ich auf einer afrikanischen Hochzeit von einem guten Freund, der Lehrer an der Pallitti Secondary School ist. Für mich war das die richtige Gelegenheit am wirklich afrikanischen Leben Teil zu nehmen. Es fing damit an, dass man sich in Afrika in der Kirche nicht küsst, was für mich ganz komisch war irgendwie. Dann wartet man auf den Moment und der kommt gar nicht. Die Braut war wunderschön, ein tolles weißes Kleid und toller Haarschmuck. In der Kirche war ein Chor der mit dem Brautpaar in die Kirche hereingetanzt ist. Alle Familienangehörigen tanzten und sangen lautstark mit. Nach der Messe fuhren wir an den See wo auch Consolata wohnt, um Bilder vom Brautpaar zu machen. Auch hier war das Brautpaar im Vordergrund und im Hintergrund tanzten alle Familienangehörigen, sangen und pfiffen. Alles wurde von einem Kameramann aufgenommen. Am Abend fand dann die offizille Feier statt, wo auch viele Freunde des Brautpaares kamen. Diese war wirklich sehr unterschiedlich von einer Feier in Deutschland. Jeder Schritt, wie das Trinken des Champagners, das Essen des Kuchens, das Entgegennehmen der Geschenke oder das Essen vom Buffet wurde genau kommentiert und gefilmt. Das Brautpaar und die Trauzeugen saßen auf einer Bühne, sodass auch jeder sie sehen konnte. Es war wirklich schön mitanzusehen, aber für mich wäre es unvorstellbar meine Hochzeit so zu feiern.
Dieses Wochenende überkam mich dann Malaria und ich hatte Würmer im Bauch, die man hier ganz schnell vom Wasser oder nicht gut genug gekochtem Essen bekommen kann. Ich bekam dann aber Tabletten gegen Malaria und die Würmchen, sodass es mir heute schon viel besser geht. Komisch ist nur die Vorstellung Würmer im Bauch zu haben. Ich habe mir die ganze Zeit vorgestellt was die Würmer wohl gerne Essen und was nicht damit sie ganz schnell weggehen. Also wie die Würmer wohl gucken wenn das Essen auf sie zukommt. Zum Beispiel müssten sie sich doch über Süßigkeiten ziemlich freuen, sodass ich die erst mal nicht mehr gegessen habe und auch jetzt erstmal damit warte bevor die wiederkommen und sich dann noch vermehren, weil es ja gutes Essen gibt. Ich weiß ein bisschen komisch, aber ich hatte halt viel Zeit mir Gedanken zu machen. Gut das Laura die ganze Zeit für mich da war, sonst wäre ich sicherlich noch nicht wieder so fit wie jetzt. Danke=)=)=)
Außerdem haben Laura und ich uns Gedanken über unser Haus gemacht. Jeden Abend setzen wir uns nämlich zusammen in ein Bett unter unser Moskitonetz und quatschen erst einmal über alles mögliche und tauschen uns über unsere Probleme aus, was wirklich gut tut. Auf jedenfall haben wir mal versucht alle Tiere aufzuzählen, die in unserem Haus mit uns Leben und wir sind dazu gekommen, dass es ein ganzer Zoo ist irgendwie. Also gestern wollten wir in meinem Koffer etwas suchen und dann war da ein riesen großes Spinnennest dran, was voller Spinneneier war. Richtig fies. Laura hat das dann, bewaffnet mit Fliegenklatsche und Stock, weggemacht. Wir haben dann direkt mal das ganze Zimmer auf den Kopf gestellt um nach der Spinne zu suchen, was aber leider erfolglos war, sodass die Spinne immer noch mit uns in diesem Haus lebt. Und die Spinnen die mit uns leben sind groß. Dann leben hier jede Menge Ameisen und andere unbekannte Krabbeltiere. Dann Molchartige Gestalten die an der Wand rumlaufen (Ich habe keine Ahnung wie die Dinger heißen) und irgendwelche Raupenähnliche Gestalten. Außerdem Fliegen und vor allem Fruchtfliegen. Und am meisten sind Mücken in unserem Zoo vertreten. Heute morgen hatten wir Vögel in unserem Haus die von ein Zimmer in das andere flogen und auf unserer Toilette ist ein ganzes Vogelnest. Und draußen da leben Schlangen. Mittlerweile gehören diese Tiere einfach zu unserem Haus dazu und ohne sie wäre es auch irgendwie komisch.
Das war erst einmal wieder das Neuste von mir=)
Bis bald

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Für Terrie=)

Auf Wunsch meiner lieben Cousine Terrie, oder eher gesagt nach einer Beschwerde das ich meinen Blog ja ziemlich vernachlässigen würde, habe ich mir gedacht, dass ich euch von meinen neues Erlebnissen mal besser erzählen sollte, bevor ich noch mehr Drohungen erhalte.
Ich habe jetzt bereits meine erste Arbeitswoche hinter mir. Jeden Morgen unterrichte ich meinen zwei Klassen in der Primary School Englisch. Die Schule ist toll und die Kinder sind super süß. In beiden Klassen sind mehr als 70 Kinder, was in Deutschland nicht denkbar wäre, was dazu führt das der Unterricht nicht immer ganz leise verläuft. Nach dem Unterricht bereite ich meistens den Unterricht für den nächsten Tag vor und dann mach ich ert einmal eine Pause und esse zu Mittag. Hier in Tansania ist nämlich alles "Polepole", was so viel wie langsam bedeutet. Das ist auch der Grund wieso ich erst seit einer Woche arbeite. Ich sollte mich erst einmal ausruhen und sowieso nach jeder Aktivität der man nachgeht sollte man sich erst einmal ausruhen. Nach dem Mittagessen unterrichte ich zwei bis drei mal die Woche einer Gruppe von acht Frauen aus dem Dorf Englisch. Und danach arbeite ich mit den behinderten Kindern. In dem Heim sind um die 60 Kinder mit unterschiedlichen Krankheiten. Die einen sind psychisch und die anderen physisch krank. Am Anfang war es nicht so einfach für mich mit den Kindern zu arbeiten, aber ich erkenne einfach wie glücklich die Kinder sind, was mir die Arbeit sehr erleichtert. Ich dachte als ich in Arusha ankam, ich hätte einen Kulturschock , aber als ich nach Singida kam hatte ich einen Kulturschock und als ich in das Hiem für die behinderten Kinder kam hatte ich meinen dritten Kulturschock. Aber so langsam kann ich damit ganz gut umgehen.
Ich habe die ersten zwei Wochen in Singida mit Consolata zusammen gewohnt, wie ich euch ja bereits erzählt habe und sie hat mir das Leben in Singida ziemlich erleichtert. Wir sind gute Freunde geworden. Sie hat mir gezeigt wie man mit Hnd wäscht, wie ich zu kochen habe oder welche Dinge ich in "Siuyu Town" kaufen kann oder auch nicht. Zusammen waren wir ziemlich oft in einem kleinen "Restaurant" in Siuyu essen (das Restaurant ist in Deustchland eher mit einer Hinterhofküche zu vergleichen, aber was die dort kochen ist echt warnsinnig lecker =)). Außerdem waren wir in Singida auf dem Markt, wo es einen Stand gibt, wo die Kleidung zum super billig Preis versteigert wird. Seit einer Woche ist sie jetzt ausgezogen und Got sei Dank bin ich direkt nach Arusha gefahren um Laura abzuholen, denn ich hätte mich in unserem Haus ziemlich alleine gefühlt. Der Abschied war auch nicht so einfach, aber wir haben eine kleine Abschiedfeier im ganz kleinen Kreis gemacht, die wirklich witzig war.
Letzten Mittwoch haben wir dann Laura vom Flughafen abgeholt. Ich glaube auch sie hat sich jetzt so langsam eingelebt. Diese Woche habe ich dann auch direkt noch einmal Steve getroffen, den Pallottiner Bruder und wir hatten wirklich einen schönen Tag. Ich war in Tengoro auf dem Markt und hab da direkt mal richtig zugeschlagen. Alles Second-Hand-Kleidung, aber das sieht ja keiner. Ich habe drei Röcke und zwei paar Schuhe zu umgerechnet 10 Euro gekauft. Überall wird man mit "Mzungu" angesprochen, was so viel wie die Weiße bedeutet (Ich hasse dieses Wort -_-).
Gestern wurde ich von einem Taschendieb überfallen. Wir waren in der Stadt als plötzlich ein Mann von hinten kam und an dem Bnd von meiner Tasche so heftig zog, dass ich hingefallen bin. Steve ist richtig ausgerastet und ist dem hinter her. Mir ist Nichts passiert udn mir wurde Gott sei dank auch nichts gestohlen, aber das hat mich ziemlich geschockt und das näcshte mal werde ich auf Mamas Ratschäge hören und lieber mit keiner Tasche oder eben einer Bauchtasche in die Stadt gehen. Aber wer nicht höres will muss eben fühlen.
Elaine wird nicht mit zurück nach Singida gehen, was ich auch ziemlich schade finde, aber ihr hat es dort einfach nicht gefallen. Morgen geht es dann zurück nach Siuyu in the MIDDEL OF NOWHERE. Aber ich freue mich meine beiden Klassen wieder zu sehen und die Kinder von Father Tom.
(Bilder kommen morgen ;)  )
Das war erst einmal das neuste von mir. Bis bald und Küsse aus der Ferne=)