>Ein guter Tag fängt morgens an<

Mittwoch, 6. Juni 2012

Revue Blog


Heute ist der 15.05.2012. Das heißt wir sind bereits mehr als 7 Monate, 28 Wochen, 169 Tage, 4074 Stunden, 282240 Minuten, 16934400 Sekunden von zu hause weg oder kurz gesagt wir haben 3/4 unseres Kuchen Afrika verzehrt. Also wer gut rechnen kann (so wie Lena) weiß wielange wir noch hier sind. Bis zu diesem Zeitpunkt ist uns zumindest einiges bewusst geworden. Manchmal scheint es wohl doch besser zu sein den einen oder anderen Kuchen stehen zu lassen oder doch den wunderbaren Artemesia-tee zu trinken. Wieso werdet ihr gleich sehen. Auch was unsere Freundschaft angeht können wir sagen das sie sich im ständigen Wachstum befindet, also keine oder eher wenige Tiefpunkte zu finden sind. Angefangen hat es damit das der erste Eindruck von uns beiden über den anderen eher negativ war. Laura dachte: " Oh mein Gott, was eine Prinzessin." Während Lena mit den Gedanken bereits in Afrika war und sich überlegte wie sie das Jahr nur mit Laura überstehen soll. Nach nur kurzer Zeit stellte sich für uns beide jedoch heraus, dass es doch gar nicht so schlimm werden kann. Aus Freundinnen sind heute Zwillinge geworden, was man auch am neu entdeckten Sweatshirt-Kleidungsstil mit FlipFlops erkennen kann. Darüber hinaus ist eine lange Liste mit Lena-Laura-Momenten entstanden:
1.       Lena und Laura sitzen im Garten und gucken mit verträumten Blick auf unseren wunderschönen Papaya-Baum. Während sie daran denken, das die eine reife Papaya an der Baumkrone von den Nachbarskindern geklaut werden könnte, springt Laura auf, schnappt sich den Besen und versucht mit dessen Stil die Papaya vom Baum zu schlagen.
2.       Nach etwa 6 Monaten stellt Lena sich zum ersten mal auf die Waage, weil das ganze Dorf ihr mitteilt sie hätte zugenommen und wie schön das doch ist, wobei sie feststellt das es bereits mehr als 5 kg sind. Da Johns Anreise sich nähert wird für etwa 3 Wochen täglich das Bauch- Beine-Po- Programm von Lenas Mama durchgeführt.
3.       Lena und Laura klauen Schokokuchen im Konvent der Schwestern, kochen sich einen ganzen Topf voll Schokopudding und tunken den gesamten Kuchen in den Pudding. Guten Appetiet! (wobei wir nur die hälfte geschafft haben und dachten wir könnten es zum Frühstück nochmal essen, aber leider haben sich die Ameisen darüber hergemacht)
4.       Lena und Laura befinden sich im Bus auf dem Weg nach Tanga, während zwei Reihen vor uns ein Kind anfängt den ganzen Bus vollzukotzen. Eine Frau versucht dem Kind danach das Gesicht am Fenster abzuwaschen, während auf Grund des Windes uns die ganze Scheiße ins Gesicht fliegt!!!
5.       Lena und Laura warten in Singida an der Busstation, dass der Bus nach Arusha endlich abfährt ( wie üblich bereits 45 min Verspätung). Plötzlich fragen wir uns ob wir nocheinmal die Toilette besuchen sollten. Also raus aus dem Bus und zum Klo. Ganz in Ruhe gehen wir danach noch Kekse kaufen. Als Laura anfängt nach dem Bus ausschau zu halten, sieht sie diesen bereits am Ausgang. Also Beine in die Hände und rennen.
6.       Lena und Laura haben eine Massai FlipFlop-Sucht. Mittlerweile sind es: 15 Paar.... Ebenfalls besteht eine Sweatshirt-Sucht. Wir zählen: 19 Paar
7.       Lena und Laura entdecken den schmackhaften Brotaufstrich: Blue Band, Erdnussbutter und Streusel oder Marmelade -> alles übereinander, dabei trinken sie immer eine heiße Tasse schwarzen Tee mit mind. 2 EL voll Zucker.
8.       Lena und Laura leben wie zwei Bären in ihren selbstgebauten Höhlen, d.h. erst Moskitonetz und dann werden dicke Wolldecken oben und an den Seiten heruntergelassen.
9.       Lena und Laura essen von Montags bis Freitags Nudeln mit Soße und Ei. Zur Abwechslung am Wochenende Ugali oder Chips na mayai.
10.   Lena hatte schon 4x Malaria & Laura 5x
11.   Zu empfehlen sind folgende Filme:                                                         Freundschaft Plus (8x gesehen)                                                      Kokowääh (5x)                                                                           Plötzlich Star (5x)
12.   Danke für zahlreiche Pakete bestehend aus:                                   Tütensuppen, Pudding, Streusel oder andere Süßigkeiten und     für Laura zahlreiche Bücher
13.   Lena und Laura tanzen in "sexy" Schlafanzügen singend durchs Haus und machen dabei Fotos und Videos. Während über ihnen die dummen Tiere gegen die Wand fliegen oder zwischendurch riesen Käfer von Laura getötet werden, weil Lena Angst hat.
14.   Lena und Laura waschen sich jedes mal die Finger blutig. Aufgrund dessen wäscht jetzt eine Schülerin von Lena unsere Wäsche.
15.   Lena und Laura warten geschätzte 2 Stunden auf einen DalaDala. Als endlich einer kommt, ist dieser überfüllt. Also letzte Chance oben aufs Dach, zwischen Hühnern, Wasserkanistern und riesen Mehlsäcken.
16.   Ein großer Dank geht an die Freundin von Lauras Mama (Birgit Wagner) die uns mit einer kleinen Aufmerksamkeit, ein Gute Laune Kalender, jeden Tag zum lachen oder sogar weinen bringt. Danke!
17.   Laura macht Lena um halb vier nachts wach, aufgrund von immer stärker werdenden Schulterschmerzen. Lena springt aus dem Bett, ist hellwach und sucht verzweifelt nach einer Lösung. Es werden alle Wolldecken rausgesucht aus denen dann unterschiedliche Liegemöglichkeiten gebaut werden. Das Resultat ist deprimierend. Also schnell Lenas Mama anrufen. Der Tipp: probiert es mit Wärme. Doch was tun wenn man in Afrika in einem Haus sitzt, mitten in der Nacht und nur eine Wärmflasche zur Verfügung hat? Lenas Idee: Handtücher in heißes Wasser tauchen und diese auf Lauras Schultern legen. Nach 1 Stunde und verbrannten Fingern sowie Schultern, nocheinmal der Versuch zu schlafen. Ohne Erfolg. Also Film gucken im Sitzen um 6 Uhr morgens. Tolle Nacht!
18.   Für was Beine rasieren? Es interessiert eh niemanden!
19.   In diesem Jahr hat sich herausgefiltert wer unsere wahren Freunde sind! Wer uns versteht, wem wir wirklich vertrauen können und wer wirklich immer für uns da ist. Wir möchten gerne unseren beiden besten Freundinnen, Terrie und Laura, einen großen Dank aussprechen und euch sagen wie sehr ihr uns ans Herz gewachsen seit. Briefe, sms, Päckchen oder Telefonate, bereiten uns immer wieder eine Freude. Und errinnern uns an die tolle Zeit in Deutschland und alles was noch kommen wird. Danke das es euch gibt.                                                      Die Menschen denen wir eine Stütze sind                                geben uns den Halt im Leben...                                                                                                                                                    Wir haben euch lieb :-*
20.   Ist einer krank, sind beide krank. Das ist wahre Geschwisterliebe.
21.   Da Lena keine Ahnung von First Aid (Erste Hilfe) in Biologie hat, muss die Krankenschwester ran. Unterrichtet wird in einem Mix aus: Kisuaheli, English, Deutsch und Gebärdensprache. Die Klasse ist begeistert.
22.   Lena und Laura unterschätzen scheinbar die Sonnenstärke der afrikanischen Sonne in Tange. Trotz Schatten holen sie sich einen Ganzkörper-Sonnenbrand, welchen sie versuchen am Abend mit der beliebten und einzigen Bepanthen creme zu lindern.
23.   Lena und Laura lernen das afrikanische Klo zu benutzen. Ohne Klopapier und nur mit Wasser.
24.   Lena und Laura übernachten bei einer Freundin und werden nachts von den Ratten im Zimmer geweckt.
25.   Lena und Laura fahren mit dem Bus nach Arusha um John abzuholen. Dieser Bus wurde aber von einer Gruppe Muslimen nur Männern gemietet. Deshalb hieß es für uns 6 Stunden lang, dem schönen Gesang dieser Männer lauschen.
26.   Lena und Laura liegen in Tanga abens im Zelt, während draußen ein starker Sturm mit Hagel aufkommt. Das Zelt hät diesem Regen nicht ganz stand, sodass Lens nass wird (nur die rechte Hälfte). Außerdem kreischen draußen die Affen und springen um unser Zelt herum. Gute Nacht!
27.   Ein weiterer Dank geht an unsere Familien, vor allem an unsere Mütter. Fast tägliche Telefonate geben uns immer Kraft für die darauffolgenden Tage. Auch wenn das ein oder andere mal die Beschwerde kommt :" Heute telefonieren wir aber nicht so lange, sonst wird mir das zu teuer." oder " Jetzt ist aber gut, oder?" Wir werden immer auf den neusten Stand gebracht und erfahren Klatsch und Tratsch aus unserem Dorf. Außerdem glauben wir beide, das die Beziehung viel enger geworden ist, denn es werden Themen besprochen die nie zuvor angesprochen wurden. Und immer liegt der richtige Ratschlag bereit. Es tut so gut, das es euch gibt. Warscheinlich ist uns in diesem Jahr erst wirklich bewusst geworden, welch wichtige Rolle ihr in unserem Leben spielt und immer spielen werdet.                          Wir haben euch ganz doll lieb &                                                   vermissen euch sehr.....

Dienstag, 17. Januar 2012

Safari njema Teil 2

Als ich meinen letzten Blogeintrag verfasste lag ich noch in Pangani am Strand in der Sonne und genoss die Leere and diesem traumhaften paradiesischen Strand, während ich jetzt in Singida in meinem Bett eingemummelt in zwei dicke Wolldecken versuche das kalte Regenwetter zu ignorieren.
Als Abschluss unseres Pangani Strandurlaubes feierten wir am 20.12.2011 ganz spontan in Lauras Geburtstag rein. Dabei ist zu erwähnen, dass dies am Strand mit Gitarrenmusik und Gesang gemacht wurde und danach auf leiser Handymusik und lauten Wellengeräuschen im Hintergrund hemmungslos am Strand getanzt wurde. Wir hatten einen tollen Abend und genossen jede Minute mit unseren neuen Freunden Enock, Yohana und Rama. Am Tag danach gab es für Laura als Überraschung einen großen Schokokuchen, den wir mit den anderen Hotelgästen teilten, weil wir uns den Magen beireits vollgestopft hatten. Wir verabschiedeten uns schweren Herzens von unseren Freunden und hoffen natürlich sie eines Tages wiederzusehen. Am nächsten Morgen, oder eher gesagt in der Nacht ging es dann nach Tanga um von dort einen Bus nach Dar es Salaam zu bekommen. Es ist gar nicht so einfach die restlichen Sachen zu packen, wenn man plötzlich feststellt, dass kein Strom da ist und die einzige Taschenlampe viel zu wenig Licht wirft. Also wurden ersteinmal wieder die Kerzen herausgegraben, sodass auch dieses mal wieder die Kerze zu unserem besten Freund wurde. Ein Leben in Afrika ohne Kerzen ist ein Leben im Dunkeln. In Tanga angekommen fanden wir direkt einen Bus nach Dar es Salaam, sodass es wieder hieß acht Stunden Bus fahren. In Dar es Salaam trafen wir dann unsere Freunde Hussein und Jobu wieder, die uns dann direkt zu einer für Dar es Salaam recht billigen Lodge brachten. Für mich und Laura ist klar, dass Dar es Salaam einfach nur schrecklich ist. Es ist laut, viele Autos, viele Menschen, zu groß und unübersichtlich und es schien ein bisschen einem Labyrint. Gut, dass wir also nicht alleine dort waren. Weihnachten haben wir also in Dar es Salaam verbracht, eigentlich ein schöner Abend, zumindest zu Anfang. Wir gingen Essen in einem guten Restaurant und gingen dann in einen Club. Doch dann die Wende, denn als wir den Club verließen wollte uns ein Mann unsere Hanys stehlen, er besaß ein Messer. Das haben unsere Freunde dann gesehen und Jobu ging zu dem Mann hin und es gab eine kleine Auseinandersetzung. Da die Polizei vor Ort war, kam diese direkt und wir mussten auf die Polizeiwache um den Streit zu schlichten. Am nächsten Tag war dann alles geregelt, aber Weihnachten auf der Polizeiwache zu verbringen hat schon wirklich etwas von einem Film. Generell finde ich Weihnachten in Afrika nicht wirklich schön. Das Wetter passt nicht zum Anlass und es ist wirklich ein komisches Gefühl wenn man bei 40 Grad durch die Stadt läuft und überall Plastikweihnachtsbäume und Dekoration angeboten werden. Der Höhepunkt für mich war der singende Riesenweihnachtsmann mitten in der Stadt. Weihnachten muss es einfach kalt sein, die Weihnachtsbäume müssen echt sein und am besten sollte es draußen schneien, aber nicht wie es hier ist. Zwei Tage nach Weihnachten ging unsere Reise dann wieter nach Sansibar. Mit einem Schnellboot dauert die Überfahrt von Dar es Salaam nach Sansibar etwa zwei Stunden und auch diese Insel kann man als Paradies bezeichnen. Der einzige Unterschied zu Pangani ist, dass man viele Touristen sieht, was für Laura und mich irgendwie ganz komisch war, weil man plötzlich nicht mehr die einziges beiden Weißen ist. Wir haben unsere sechs Tage in Stone Town verbracht und haben in einer Art WG gewohnt. Dies war einfach die günstigere Variante, weil ein Hotelzimmer über Silvester nicht unter 40 Dollar zu bekommen ist und in der WG haben wir für das Zimmer etwa 15 Dollar bezahlt. Zudem hat uns das einen Anschluss an Einheimische gegeben, sodass wir Silvester zusammen mit Jojo, der ebenfalls ein Freund von uns geworden ist, auf eine große Strandparty gegangen sind. Dort trafen sich zum einen die Einheimischen, aber auch viele andere Voluntäre waren dort, ebenfalls trafen wir welche aus Singida dort wieder, mit denen wir den Abend feierten. Silvester direkt am Strand, dass war wirklich etwas besonderes und ist jedem weiter zu empfehlen. Ein toller und lustiger Abend, den ich niemlas vergessen werde. Auf Sansibar gibt es zudem den sogenannten Food Market in  einem kleinen Park direkt am Meer. Jojo brachte uns zu diesem Ort, wo die Einheimischen sobald es dunkel wird ihre Stände aufbauen und an jedem Stand frisches Essen zubereiten. Hier gibt es alles was das Herz begehrt, angefangen mit der sogenannten Sansibar Pizza, über eine Art Döner, einheimische Köstlichkeiten, Pommes und natürlich jede Menge Fisch und andere Dinge aus dem Meer. Hier verbrachten wir fast jeden Abend, was wahrscheinlich auch der Grund dafür ist, dass ich jetzt ein paar Kilo schwerer bin. Aber ich hoffe bis John kommt habe ich die wieder runter. Nach nur wenigen und für mich viel zu kurzen Tagen, mussten wir die schöne Insel aufgrund unseres Zwischenseminars in Bagamoyo wieder verlassen. In Bagamoyo trafen wir bereits bekannte Gesichter aus Deutschland wieder und war wirklich spannend Erfahrungen und Erlebnisse mit den anderen auszutauschen. Hier redeten wir über Themen wie positives und negatives an unseren Stellen, Bezihungen zu anderen Personen und das Verhältnis zu den Schwestern bzw. Brüdern, über Veränderungen die wir in Zukunft noch bewirken wollen und bereits erlernte Sprachtkenntnisse. Ebenfalls unterhielten wir Mädels und intern über Beziehungen, wobei sich herausstellte, dass von etwa acht Beziehungen bis zu diesem Zeitpunkt bereits sechs zerbrochen sind, was mir schon ein bisschen Angst gemacht hat. Aber ich bin da immer noch ganz optimistisch, dass es bei mir uns John gut geht. Nach fünf Tagen Seminar und voller Hoffnung und neuer Energie für die nächsten Monate gingen wir wieder auseinander. In Dar es Salaam trennten Laura und ich uns ebenfalls für wenige Tage, weil ich noch einmal nach Sansibar zurückkehrte, weil ich noch eine Woche hatte bis die Schule wieder öffnete. Demzufolge besuchte ich Freunde auf Sansibar für wenige Tage und kehrte dann nach Singida zurück.
Gestern ging es dann wiedr in die Schule zum Unterrichten. Die neue Form 1 hat für die ersten sechs Wochen jetzt ersteinmal eine Art Einführungsunterricht, damit sie ihr Englisch verbessern können und für die einzelnen Fächer Fachbegriffe auf Englisch lernen können. Für mich ist das einfach nur super, da alles auf Swahili übersetzt wird und ich so mein Swahili verbessern kann. Laura ist heute zum ersten mal in Makiungu und fängt erst einmal auf der Kinderstation an zu arbeiten. Ich bin mal gespannt wie es war. In zwei Monaten kommt John mich besuchen und dann geht es noch einmal auf eine kleine Reise. Ich bin jetzt schon ganz nervös wenn ich daran denke, dass ich ihn bald endlich wieder, zumindest für kurze Zeit in meine Arme schließen kann.
Das war der zweite Teil unserer Reise quer durch Tansania und es war eine tolle Zeit, in der Laura und ich viel erlebten. Bis bald, ich hab euch lieb :-*