>Ein guter Tag fängt morgens an<

Dienstag, 17. Januar 2012

Safari njema Teil 2

Als ich meinen letzten Blogeintrag verfasste lag ich noch in Pangani am Strand in der Sonne und genoss die Leere and diesem traumhaften paradiesischen Strand, während ich jetzt in Singida in meinem Bett eingemummelt in zwei dicke Wolldecken versuche das kalte Regenwetter zu ignorieren.
Als Abschluss unseres Pangani Strandurlaubes feierten wir am 20.12.2011 ganz spontan in Lauras Geburtstag rein. Dabei ist zu erwähnen, dass dies am Strand mit Gitarrenmusik und Gesang gemacht wurde und danach auf leiser Handymusik und lauten Wellengeräuschen im Hintergrund hemmungslos am Strand getanzt wurde. Wir hatten einen tollen Abend und genossen jede Minute mit unseren neuen Freunden Enock, Yohana und Rama. Am Tag danach gab es für Laura als Überraschung einen großen Schokokuchen, den wir mit den anderen Hotelgästen teilten, weil wir uns den Magen beireits vollgestopft hatten. Wir verabschiedeten uns schweren Herzens von unseren Freunden und hoffen natürlich sie eines Tages wiederzusehen. Am nächsten Morgen, oder eher gesagt in der Nacht ging es dann nach Tanga um von dort einen Bus nach Dar es Salaam zu bekommen. Es ist gar nicht so einfach die restlichen Sachen zu packen, wenn man plötzlich feststellt, dass kein Strom da ist und die einzige Taschenlampe viel zu wenig Licht wirft. Also wurden ersteinmal wieder die Kerzen herausgegraben, sodass auch dieses mal wieder die Kerze zu unserem besten Freund wurde. Ein Leben in Afrika ohne Kerzen ist ein Leben im Dunkeln. In Tanga angekommen fanden wir direkt einen Bus nach Dar es Salaam, sodass es wieder hieß acht Stunden Bus fahren. In Dar es Salaam trafen wir dann unsere Freunde Hussein und Jobu wieder, die uns dann direkt zu einer für Dar es Salaam recht billigen Lodge brachten. Für mich und Laura ist klar, dass Dar es Salaam einfach nur schrecklich ist. Es ist laut, viele Autos, viele Menschen, zu groß und unübersichtlich und es schien ein bisschen einem Labyrint. Gut, dass wir also nicht alleine dort waren. Weihnachten haben wir also in Dar es Salaam verbracht, eigentlich ein schöner Abend, zumindest zu Anfang. Wir gingen Essen in einem guten Restaurant und gingen dann in einen Club. Doch dann die Wende, denn als wir den Club verließen wollte uns ein Mann unsere Hanys stehlen, er besaß ein Messer. Das haben unsere Freunde dann gesehen und Jobu ging zu dem Mann hin und es gab eine kleine Auseinandersetzung. Da die Polizei vor Ort war, kam diese direkt und wir mussten auf die Polizeiwache um den Streit zu schlichten. Am nächsten Tag war dann alles geregelt, aber Weihnachten auf der Polizeiwache zu verbringen hat schon wirklich etwas von einem Film. Generell finde ich Weihnachten in Afrika nicht wirklich schön. Das Wetter passt nicht zum Anlass und es ist wirklich ein komisches Gefühl wenn man bei 40 Grad durch die Stadt läuft und überall Plastikweihnachtsbäume und Dekoration angeboten werden. Der Höhepunkt für mich war der singende Riesenweihnachtsmann mitten in der Stadt. Weihnachten muss es einfach kalt sein, die Weihnachtsbäume müssen echt sein und am besten sollte es draußen schneien, aber nicht wie es hier ist. Zwei Tage nach Weihnachten ging unsere Reise dann wieter nach Sansibar. Mit einem Schnellboot dauert die Überfahrt von Dar es Salaam nach Sansibar etwa zwei Stunden und auch diese Insel kann man als Paradies bezeichnen. Der einzige Unterschied zu Pangani ist, dass man viele Touristen sieht, was für Laura und mich irgendwie ganz komisch war, weil man plötzlich nicht mehr die einziges beiden Weißen ist. Wir haben unsere sechs Tage in Stone Town verbracht und haben in einer Art WG gewohnt. Dies war einfach die günstigere Variante, weil ein Hotelzimmer über Silvester nicht unter 40 Dollar zu bekommen ist und in der WG haben wir für das Zimmer etwa 15 Dollar bezahlt. Zudem hat uns das einen Anschluss an Einheimische gegeben, sodass wir Silvester zusammen mit Jojo, der ebenfalls ein Freund von uns geworden ist, auf eine große Strandparty gegangen sind. Dort trafen sich zum einen die Einheimischen, aber auch viele andere Voluntäre waren dort, ebenfalls trafen wir welche aus Singida dort wieder, mit denen wir den Abend feierten. Silvester direkt am Strand, dass war wirklich etwas besonderes und ist jedem weiter zu empfehlen. Ein toller und lustiger Abend, den ich niemlas vergessen werde. Auf Sansibar gibt es zudem den sogenannten Food Market in  einem kleinen Park direkt am Meer. Jojo brachte uns zu diesem Ort, wo die Einheimischen sobald es dunkel wird ihre Stände aufbauen und an jedem Stand frisches Essen zubereiten. Hier gibt es alles was das Herz begehrt, angefangen mit der sogenannten Sansibar Pizza, über eine Art Döner, einheimische Köstlichkeiten, Pommes und natürlich jede Menge Fisch und andere Dinge aus dem Meer. Hier verbrachten wir fast jeden Abend, was wahrscheinlich auch der Grund dafür ist, dass ich jetzt ein paar Kilo schwerer bin. Aber ich hoffe bis John kommt habe ich die wieder runter. Nach nur wenigen und für mich viel zu kurzen Tagen, mussten wir die schöne Insel aufgrund unseres Zwischenseminars in Bagamoyo wieder verlassen. In Bagamoyo trafen wir bereits bekannte Gesichter aus Deutschland wieder und war wirklich spannend Erfahrungen und Erlebnisse mit den anderen auszutauschen. Hier redeten wir über Themen wie positives und negatives an unseren Stellen, Bezihungen zu anderen Personen und das Verhältnis zu den Schwestern bzw. Brüdern, über Veränderungen die wir in Zukunft noch bewirken wollen und bereits erlernte Sprachtkenntnisse. Ebenfalls unterhielten wir Mädels und intern über Beziehungen, wobei sich herausstellte, dass von etwa acht Beziehungen bis zu diesem Zeitpunkt bereits sechs zerbrochen sind, was mir schon ein bisschen Angst gemacht hat. Aber ich bin da immer noch ganz optimistisch, dass es bei mir uns John gut geht. Nach fünf Tagen Seminar und voller Hoffnung und neuer Energie für die nächsten Monate gingen wir wieder auseinander. In Dar es Salaam trennten Laura und ich uns ebenfalls für wenige Tage, weil ich noch einmal nach Sansibar zurückkehrte, weil ich noch eine Woche hatte bis die Schule wieder öffnete. Demzufolge besuchte ich Freunde auf Sansibar für wenige Tage und kehrte dann nach Singida zurück.
Gestern ging es dann wiedr in die Schule zum Unterrichten. Die neue Form 1 hat für die ersten sechs Wochen jetzt ersteinmal eine Art Einführungsunterricht, damit sie ihr Englisch verbessern können und für die einzelnen Fächer Fachbegriffe auf Englisch lernen können. Für mich ist das einfach nur super, da alles auf Swahili übersetzt wird und ich so mein Swahili verbessern kann. Laura ist heute zum ersten mal in Makiungu und fängt erst einmal auf der Kinderstation an zu arbeiten. Ich bin mal gespannt wie es war. In zwei Monaten kommt John mich besuchen und dann geht es noch einmal auf eine kleine Reise. Ich bin jetzt schon ganz nervös wenn ich daran denke, dass ich ihn bald endlich wieder, zumindest für kurze Zeit in meine Arme schließen kann.
Das war der zweite Teil unserer Reise quer durch Tansania und es war eine tolle Zeit, in der Laura und ich viel erlebten. Bis bald, ich hab euch lieb :-*