Heute ist der
15.05.2012. Das heißt wir sind bereits mehr als 7 Monate, 28 Wochen, 169 Tage,
4074 Stunden, 282240 Minuten, 16934400 Sekunden von zu hause weg oder kurz
gesagt wir haben 3/4 unseres Kuchen Afrika verzehrt. Also wer gut rechnen kann
(so wie Lena) weiß wielange wir noch hier sind. Bis zu diesem Zeitpunkt ist uns
zumindest einiges bewusst geworden. Manchmal scheint es wohl doch besser zu
sein den einen oder anderen Kuchen stehen zu lassen oder doch den wunderbaren
Artemesia-tee zu trinken. Wieso werdet ihr gleich sehen. Auch was unsere
Freundschaft angeht können wir sagen das sie sich im ständigen Wachstum
befindet, also keine oder eher wenige Tiefpunkte zu finden sind. Angefangen hat
es damit das der erste Eindruck von uns beiden über den anderen eher negativ
war. Laura dachte: " Oh mein Gott, was eine Prinzessin." Während Lena
mit den Gedanken bereits in Afrika war und sich überlegte wie sie das Jahr nur
mit Laura überstehen soll. Nach nur kurzer Zeit stellte sich für uns beide
jedoch heraus, dass es doch gar nicht so schlimm werden kann. Aus Freundinnen
sind heute Zwillinge geworden, was man auch am neu entdeckten
Sweatshirt-Kleidungsstil mit FlipFlops erkennen kann. Darüber hinaus ist eine
lange Liste mit Lena-Laura-Momenten entstanden:
1.
Lena
und Laura sitzen im Garten und gucken mit verträumten Blick auf unseren
wunderschönen Papaya-Baum. Während sie daran denken, das die eine reife Papaya
an der Baumkrone von den Nachbarskindern geklaut werden könnte, springt Laura
auf, schnappt sich den Besen und versucht mit dessen Stil die Papaya vom Baum
zu schlagen.
2.
Nach
etwa 6 Monaten stellt Lena sich zum ersten mal auf die Waage, weil das ganze
Dorf ihr mitteilt sie hätte zugenommen und wie schön das doch ist, wobei sie
feststellt das es bereits mehr als 5 kg sind. Da Johns Anreise sich nähert wird
für etwa 3 Wochen täglich das Bauch- Beine-Po- Programm von Lenas Mama
durchgeführt.
3.
Lena
und Laura klauen Schokokuchen im Konvent der Schwestern, kochen sich einen
ganzen Topf voll Schokopudding und tunken den gesamten Kuchen in den Pudding.
Guten Appetiet! (wobei wir nur die hälfte geschafft haben und dachten wir
könnten es zum Frühstück nochmal essen, aber leider haben sich die Ameisen
darüber hergemacht)
4.
Lena
und Laura befinden sich im Bus auf dem Weg nach Tanga, während zwei Reihen vor
uns ein Kind anfängt den ganzen Bus vollzukotzen. Eine Frau versucht dem Kind
danach das Gesicht am Fenster abzuwaschen, während auf Grund des Windes uns die
ganze Scheiße ins Gesicht fliegt!!!
5.
Lena
und Laura warten in Singida an der Busstation, dass der Bus nach Arusha endlich
abfährt ( wie üblich bereits 45 min Verspätung). Plötzlich fragen wir uns ob
wir nocheinmal die Toilette besuchen sollten. Also raus aus dem Bus und zum
Klo. Ganz in Ruhe gehen wir danach noch Kekse kaufen. Als Laura anfängt nach
dem Bus ausschau zu halten, sieht sie diesen bereits am Ausgang. Also Beine in
die Hände und rennen.
6.
Lena
und Laura haben eine Massai FlipFlop-Sucht. Mittlerweile sind es: 15 Paar....
Ebenfalls besteht eine Sweatshirt-Sucht. Wir zählen: 19 Paar
7.
Lena
und Laura entdecken den schmackhaften Brotaufstrich: Blue Band, Erdnussbutter
und Streusel oder Marmelade -> alles übereinander, dabei trinken sie immer
eine heiße Tasse schwarzen Tee mit mind. 2 EL voll Zucker.
8.
Lena
und Laura leben wie zwei Bären in ihren selbstgebauten Höhlen, d.h. erst
Moskitonetz und dann werden dicke Wolldecken oben und an den Seiten
heruntergelassen.
9.
Lena
und Laura essen von Montags bis Freitags Nudeln mit Soße und Ei. Zur
Abwechslung am Wochenende Ugali oder Chips na mayai.
10.
Lena
hatte schon 4x Malaria & Laura 5x
11.
Zu
empfehlen sind folgende Filme: Freundschaft
Plus (8x gesehen) Kokowääh
(5x) Plötzlich Star (5x)
12.
Danke
für zahlreiche Pakete bestehend aus: Tütensuppen,
Pudding, Streusel oder andere Süßigkeiten und
für Laura zahlreiche Bücher
13.
Lena
und Laura tanzen in "sexy" Schlafanzügen singend durchs Haus und
machen dabei Fotos und Videos. Während über ihnen die dummen Tiere gegen die
Wand fliegen oder zwischendurch riesen Käfer von Laura getötet werden, weil
Lena Angst hat.
14.
Lena
und Laura waschen sich jedes mal die Finger blutig. Aufgrund dessen wäscht
jetzt eine Schülerin von Lena unsere Wäsche.
15.
Lena
und Laura warten geschätzte 2 Stunden auf einen DalaDala. Als endlich einer kommt,
ist dieser überfüllt. Also letzte Chance oben aufs Dach, zwischen Hühnern,
Wasserkanistern und riesen Mehlsäcken.
16.
Ein
großer Dank geht an die Freundin von Lauras Mama (Birgit Wagner) die uns mit
einer kleinen Aufmerksamkeit, ein Gute Laune Kalender, jeden Tag zum lachen
oder sogar weinen bringt. Danke!
17.
Laura
macht Lena um halb vier nachts wach, aufgrund von immer stärker werdenden
Schulterschmerzen. Lena springt aus dem Bett, ist hellwach und sucht
verzweifelt nach einer Lösung. Es werden alle Wolldecken rausgesucht aus denen
dann unterschiedliche Liegemöglichkeiten gebaut werden. Das Resultat ist
deprimierend. Also schnell Lenas Mama anrufen. Der Tipp: probiert es mit Wärme.
Doch was tun wenn man in Afrika in einem Haus sitzt, mitten in der Nacht und
nur eine Wärmflasche zur Verfügung hat? Lenas Idee: Handtücher in heißes Wasser
tauchen und diese auf Lauras Schultern legen. Nach 1 Stunde und verbrannten
Fingern sowie Schultern, nocheinmal der Versuch zu schlafen. Ohne Erfolg. Also
Film gucken im Sitzen um 6 Uhr morgens. Tolle Nacht!
18.
Für
was Beine rasieren? Es interessiert eh niemanden!
19.
In
diesem Jahr hat sich herausgefiltert wer unsere wahren Freunde sind! Wer uns
versteht, wem wir wirklich vertrauen können und wer wirklich immer für uns da
ist. Wir möchten gerne unseren beiden besten Freundinnen, Terrie und Laura,
einen großen Dank aussprechen und euch sagen wie sehr ihr uns ans Herz
gewachsen seit. Briefe, sms, Päckchen oder Telefonate, bereiten uns immer
wieder eine Freude. Und errinnern uns an die tolle Zeit in Deutschland und
alles was noch kommen wird. Danke das es euch gibt. Die Menschen
denen wir eine Stütze sind geben
uns den Halt im Leben... Wir
haben euch lieb :-*
20.
Ist
einer krank, sind beide krank. Das ist wahre Geschwisterliebe.
21.
Da
Lena keine Ahnung von First Aid (Erste Hilfe) in Biologie hat, muss die
Krankenschwester ran. Unterrichtet wird in einem Mix aus: Kisuaheli, English,
Deutsch und Gebärdensprache. Die Klasse ist begeistert.
22.
Lena
und Laura unterschätzen scheinbar die Sonnenstärke der afrikanischen Sonne in
Tange. Trotz Schatten holen sie sich einen Ganzkörper-Sonnenbrand, welchen sie
versuchen am Abend mit der beliebten und einzigen Bepanthen creme zu lindern.
23.
Lena
und Laura lernen das afrikanische Klo zu benutzen. Ohne Klopapier und nur mit
Wasser.
24.
Lena
und Laura übernachten bei einer Freundin und werden nachts von den Ratten im
Zimmer geweckt.
25.
Lena
und Laura fahren mit dem Bus nach Arusha um John abzuholen. Dieser Bus wurde
aber von einer Gruppe Muslimen nur Männern gemietet. Deshalb hieß es für uns 6
Stunden lang, dem schönen Gesang dieser Männer lauschen.
26.
Lena
und Laura liegen in Tanga abens im Zelt, während draußen ein starker Sturm mit
Hagel aufkommt. Das Zelt hät diesem Regen nicht ganz stand, sodass Lens nass
wird (nur die rechte Hälfte). Außerdem kreischen draußen die Affen und springen
um unser Zelt herum. Gute Nacht!
27.
Ein
weiterer Dank geht an unsere Familien, vor allem an unsere Mütter. Fast tägliche
Telefonate geben uns immer Kraft für die darauffolgenden Tage. Auch wenn das
ein oder andere mal die Beschwerde kommt :" Heute telefonieren wir aber
nicht so lange, sonst wird mir das zu teuer." oder " Jetzt ist aber
gut, oder?" Wir werden immer auf den neusten Stand gebracht und erfahren
Klatsch und Tratsch aus unserem Dorf. Außerdem glauben wir beide, das die
Beziehung viel enger geworden ist, denn es werden Themen besprochen die nie
zuvor angesprochen wurden. Und immer liegt der richtige Ratschlag bereit. Es
tut so gut, das es euch gibt. Warscheinlich ist uns in diesem Jahr erst
wirklich bewusst geworden, welch wichtige Rolle ihr in unserem Leben spielt und
immer spielen werdet. Wir
haben euch ganz doll lieb & vermissen euch sehr.....